Am Abend des 1. Oktober, Ostküstenzeit, schreibt ein Hacker-News-Nutzer mit dem Kürzel echelon einen Kommentar in einen Thread, in dem es um nichts anderes geht als um Arbeitsplätze. „Ask HN: Who is hiring?“ erscheint jeden Monat; Firmen suchen darin Programmierer, Programmierer suchen Firmen. Der Kommentar lautet: „Software is over. But for real. I just one-shotted Photoshop. The whole thing.“ Eine Minute zuvor hatte derselbe Nutzer geschrieben, Softwarejobs stünden vor einer „total structural repricing“, einer vollständigen Neubewertung. Sein Kommentar endet mit dem Satz: „Our career is worthless soon.“
Hinter echelon steht nach allem, was sich aus seinen Kommentaren ablesen lässt, Brandon Thomas, Gründer des KI-Studios ArtCraft in Atlanta, vorher von Storyteller.ai und FakeYou; auf GitHub tritt er unter demselben Namen auf. In der Nacht zum 30. September hatte er ein neues Repository angelegt, erster Commit: „init repo“. Daraus sollte PhotoCraft werden, ein Nachbau von Photoshop in der Programmiersprache Rust, geschrieben zum großen Teil mit Anthropics Sprachmodell Claude. „The whole thing“ also, keine zwei Tage nach dem ersten Commit.
Eine Woche später war aus dem Kommentar eine Schlagzeile geworden. Ars Technica schrieb, Thomas habe „Software is over“ in einem früheren Kommentar verkündet, „he gloated in an earlier comment“. Wo, wann und in welchem Zusammenhang, stand nicht da. TechSpot und TweakTown übernahmen die Passagen teils wortgleich, und von dort lief die Formel durch die Überschriften: Ein Entwickler, genervt von Adobes Abo-Modell und seinen Kündigungsgebühren, lässt eine KI die Creative Cloud nachbauen und verschenkt sie. Software ist vorbei. Am 8. Oktober widersprach echelon im selben Jobthread den „reporter mischaracterizations“, sein Kommentar sei kein Triumphgeheul gewesen. Diesen Widerspruch hat, soweit ich sehe, kein einziger Bericht aufgegriffen.
Gemeint war also etwas anderes, als gedruckt wurde: Der Satz handelte vom Wert der Arbeit von Programmierern, nicht von Adobe. Aber auch die Erzählung, die aus ihm gemacht wurde, ist an drei Stellen schief. Verschenkt wird hier die Software, verkauft wird nebenan etwas anderes. Das Projekt widerlegt sein eigenes Tempo, und zwar in seinen eigenen Unterlagen. Und „von KI gebaut“ verdeckt die Menschen, die daran arbeiten. Weil sich Werkzeuge am besten beurteilen lassen, wenn man mit ihnen arbeitet, sind die Bilder zu diesem Text mit zwei der Apps selbst entstanden.
Dreizehn Apps in zwei Wochen
Zuerst die Sache selbst. Innerhalb von gut zwei Wochen hat das Team um Thomas dreizehn Programme veröffentlicht, die kommerziellen Vorbildern nachgebaut sind: PhotoCraft für Photoshop, VectorCraft für Illustrator, FilmCraft für Premiere, LightCraft für Lightroom, EffectCraft für After Effects, DesignCraft für InDesign, PdfCraft für Acrobat, dazu Nachbauten von Word, Excel und PowerPoint, von Figma, AutoCAD und einer Audio-Workstation. Alle sind in Rust geschrieben, laufen nativ unter Windows, macOS und Linux, die meisten zusätzlich im Browser, und alle stehen unter freien Lizenzen. Sie brauchen kein Konto und keine Cloud. Bedienen lassen sie sich nicht nur mit der Maus, sondern auch per Kommandozeile und über MCP, die Schnittstelle, über die KI-Agenten Programme steuern.
Die Resonanz war gewaltig: Zehntausende Sterne auf GitHub binnen Tagen, Tausende Abspaltungen, Berichte von Al Jazeera bis zum Handelsblatt. Dass die Programme nicht fertig sind, sagen alle Tests übereinstimmend, und das Projekt sagt es selbst. Golem hält die Photoshop-Klone für keinen vollwertigen Ersatz, aber „für kleinere Bildprojekte und den gelegentlichen Einsatz“ geeignet, die c’t bemängelt die Verarbeitung von Rohdaten, Creative Bloq zählt eine lange Reihe von Fehlern auf. Für Linux-Nutzer, denen Adobe nie ein Programm angeboten hat, ist es trotzdem ein Ereignis. Unter Linux, schreibt der Blog Rund um Linux, stelle sich die Frage nach dem Vergleich mit Photoshop gar nicht, „weil es ersteres schlicht nicht für Linux gibt“.
Was verschenkt wird und was verkauft
Die Apps stehen auf der Website von ArtCraft, und ArtCraft ist zuerst etwas anderes: „The open-source studio for controllable AI image and video“. Wer dort ein Abo abschließt, für zehn bis sechzig Dollar im Monat, bekommt Credits, die sich in Bilder und Videosekunden bekannter Modelle umrechnen lassen: Googles Nano Banana, OpenAIs GPT-Image, Seedance von ByteDance, Kling von Kuaishou. Das Studio verkauft Zugang zu fremder Rechenleistung.
Fairerweise muss man sagen: Die Apps hängen nicht daran. Sie brauchen keine Credits, und auf Hacker News, in der Diskussion über die Apps, schreibt Thomas ausdrücklich: „These are not monetized in any way.“ Für die generativen Funktionen, die PhotoCraft noch fehlen, sieht die Projektplanung offen lizenzierte Modelle vor, lokal oder entfernt, nicht den Credit-Katalog des Studios. Golem fand in den Einstellungen von PhotoCraft einen Menüpunkt „AI Integration“, der bislang nichts tut. Eine Abo-Falle sind die Apps nicht.
Verschwunden ist das Geld damit aber nicht, es hat nur die Adresse gewechselt. Gebaut wurden die Apps mit Claude, bezahlt in Token. Und wer im Studio Bilder erzeugt, bezahlt Google, OpenAI, ByteDance oder Kuaishou, mit ArtCraft als Zwischenhändler. Wo früher eine Abogebühr an Adobe floss, fließt sie jetzt, wenn überhaupt, an die Anbieter der Modelle. Ein KI-Unternehmer hat diese Verschiebung im Februar bei Forbes auf eine Formel gebracht, als die Aktien der großen Abo-Softwarefirmen einbrachen, Adobe eingeschlossen: „Software increasingly looks like a container. Intelligence becomes the product.“ Er meinte das als Prognose für Firmenkunden, und er wirbt am Ende für sein eigenes KI-Start-up. ArtCraft führt die Arbeitsteilung trotzdem im Kleinen vor: Die Anwendung wird frei, das Modell bleibt Ware.
Für diese Bewegung gibt es zwei Lesarten, und beide schließen einander nicht aus. Die eine ist die der Komplemente: Wer an einem Gut verdient, gibt das frei, was die Nachfrage nach diesem Gut bremst. Das ist die Figur, die sich bei den offenen Sprachmodellen beobachten ließ, beschrieben in Der zweite Stack: Offenheit ist Strategie, nicht Idealismus. Hier greift sie eine Etage höher, bei den Anwendungen statt bei den Modellen. Die andere Lesart ist schlichter. Der Autor von Rund um Linux fragt, warum jemand Berge an Token in so viele Programme auf einmal steckt, und antwortet: „Womöglich um genau diese Art von Hype zu erzeugen.“ Aufmerksamkeit ist für ein KI-Studio, das gegen die Großen der Branche um Kundschaft kämpft, eine knappe Ware.
Ein Einzelfall ist das nicht. Golem hat neben PhotoCraft einen zweiten Photoshop-Klon getestet, Photon Studio von einem Anbieter namens Tenzen. In dessen Einstellungen fand die Redaktion den „Hinweis auf einen Tenzen-Account und Tenzen-Credits“. Was sich damit kaufen lässt, ist noch offen. Das Muster ist dasselbe.
Die Agentenstunde
Das Bemerkenswerteste an diesem Projekt steht nicht in den Berichten über es, sondern in seinen eigenen Unterlagen. Im Repository von PhotoCraft liegt ein Dokument, das ausweist, wie weit der Nachbau vom Vorbild entfernt ist, und es wird laufend fortgeschrieben. Anfang Oktober hielt das Projekt PhotoCraft noch für weitgehend fertig; bis zum Ziel fehlten ein paar hundert Agentenstunden. Zehn Tage später war die Schätzung eine andere: Weniger als die Hälfte dessen, was eine professionelle Nutzerin braucht, sei praxistauglich, und bis zum vollen Gleichstand mit Photoshop fehlten Tausende Agentenstunden, mehr als das Zehnfache der ersten Schätzung. Das Dokument nennt die alte Zahl selbst „far too optimistic“. Seit der ersten Version seien weit über tausend Fehlermeldungen eingegangen, die meisten zu Funktionen, die schon als vorhanden galten.
Dass diese Korrektur öffentlich und begründet dasteht, spricht für das Team. Kaum ein kommerzieller Hersteller legt eine so nüchterne Selbstauskunft vor. Sie steht nur quer zu dem, was am Anfang behauptet wurde. Am 1. Oktober hieß es „The whole thing“. Vier Tage später schrieb Thomas über dieselben Apps „super early alpha“ und „not anywhere close to ready“, volle Parität sei eine Frage, die sich „in months and not years“ bemesse.
Bemerkenswert ist auch die Maßeinheit. Die Agentenstunde – im Dokument ausdrücklich eine Stunde Arbeit des Modells Claude Opus 5.5 – misst die Arbeit einer Maschine, nicht ihren Preis. Was diese Stunden kosten, steht nirgends; Token-Rechnungen sind nicht veröffentlicht. Wer „gratis“ sagt, lässt die Baukosten weg. Das ist dieselbe Lücke, die sich durch die ganze Ökonomie der KI zieht und um die es im letzten Teil der KI-Serie ging: Die Rechnung kommt, sie geht nur an jemand anderen.
Und es gibt Arbeit, die keine Agentenstunde erledigt. Das Projekt führt sie eigens auf, unter dem Stichwort „a human“. Dazu gehört, die Dateien, die PhotoCraft schreibt, in Photoshop zu öffnen: „checking exports by opening them in Photoshop (the owner’s machine has it installed)“. Der Klon braucht für seine Abnahme das Original und einen Menschen davor.
Der Mensch im Schrank
Ab 1770 besiegte ein Schachautomat, der „Schachtürke“, Gegner an den Höfen Europas; in seinem Schrank saß ein Mensch. Davon handelte der siebte Teil der KI-Serie: Hinter der Maschine, die selbstständig zu denken scheint, steckt Arbeit, die nicht gezeigt wird. Im Fall der Crafting Apps läuft die Erzählung sogar noch einen Schritt weiter. Die Berichte zeigen nicht nur keinen Menschen im Schrank, sie zeigen kaum einen davor. Die c’t spricht von einem einzelnen Entwickler, Amateur Photographer titelt mit einem „home coder“, das Handelsblatt macht ihn zum wütenden Kunden, t3n gibt ihm ein vierköpfiges Team, Design Week fand ein „small, two-person repository“ vor, und Golem schreibt, große Teile der Software seien „ohne menschliche Aufsicht“ entstanden.
Die Versionsgeschichte erzählt etwas anderes. Allein an PhotoCraft haben in den ersten zwei Wochen mehrere hundert verschiedene Beitragende mitgeschrieben; Thomas selbst ist nur für einen kleinen Teil der Beiträge verantwortlich. Gut die Hälfte aller Commits trägt Claude als Mitautor. Das ist eine Spur, kein Maß: Ein Commit ohne diese Zeile kann trotzdem mit KI entstanden sein, einer mit ihr wurde trotzdem von einem Menschen angestoßen und geprüft. Dazu kommen die weit über tausend Fehlermeldungen von Nutzerinnen und Nutzern, die das Programm ausprobiert und aufgeschrieben haben, was nicht geht. Das ist Qualitätssicherung, unbezahlt.
An der Erzählung vom Einzelnen hat Thomas selbst mitgeschrieben. In seinen ersten Kommentaren spricht er von „my 100% adobe clean room reimplementations“, ein paar Tage später von „we“, am 10. Oktober heißt es: „Most of the team are artists who use these tools actively“. Mitarbeit hat er gezielt organisiert: „I needed to seed a community“, schreibt er, und an anderer Stelle: „I’ll pay stipends and bug bounties.“ Auf X dagegen, gegen Kritiker, die ihm das Programmieren absprachen: „AI models enable me to work as an entire company.“ Beides ist wahr, nur nicht zugleich. „Von KI gebaut“ ist richtig und unvollständig. Gebaut haben ein Modell, ein Gründer, ein paar hundert Beitragende und eine noch größere Zahl von Testenden, die dafür nichts bekamen.
Selbstversuch: die Bilder zu diesem Text
Entstanden sind die Bilder mit VectorCraft und EffectCraft, gesteuert über Claudian, meinen KI-Agenten in Obsidian, der die MCP-Schnittstellen der Programme benutzt. Das funktioniert, und die Ordnergrenzen, die sich dem Agenten setzen lassen, halten. Vorgeführt hat diese Steuerung, soweit ich sehe, keiner der Berichte. Ebenso wenig steht darin, was die Programme selbst ab Werk dürfen: VectorCraft auf den Bilder-Ordner zugreifen, EffectCraft zusätzlich auf Dokumente und Videos und ins Internet. Für frisch geschriebenen, zum großen Teil maschinell erzeugten Code ist das keine Nebensache.
Das Ergebnis: Die beiden Apps sind besser als ihr Ruf als zusammengewürfelter KI-Code und schlechter als die Schlagzeile. VectorCraft übernimmt die Titelbilder dieses Blogs optisch fast verlustfrei, verliert aber stillschweigend alle Kommentare im Code. EffectCraft verschluckt das Punktraster ohne Warnung und bekommt es erst über einen Umweg durch VectorCraft. Dafür kann EffectCraft, was von Hand kaum zu machen ist: eine Kamerafahrt. Im Video schwebt das Raster-Original vor der orangen Kopie, und nur für einen Moment decken sich beide. Der Klon gleicht dem Original nur aus dem Blickwinkel, für den er gebaut ist, und das ist die Oberfläche.
Das Echo
Wie aus dem Kommentar im Jobthread eine weltweite Meldung wurde, lässt sich Schritt für Schritt nachverfolgen, und es ist ein Lehrstück. Ars Technica löste den Satz aus seinem Zusammenhang; TechSpot und TweakTown übernahmen die Absätze von Ars teils wörtlich, TweakTown ohne die Quelle zu nennen. Was bei TechSpot noch als Ankündigung im Futur stand, die Token-Verkäufe würden die Entwicklung „help cover“, steht bei TweakTown als Tatsache da.
Wovon ArtCraft lebt, erwähnt nicht einmal die Hälfte der Berichte, die ich gelesen habe. Al Jazeera etwa fragt, ob die Gratis-Klone Adobe und Microsoft weniger profitabel machen, aber nicht, womit ArtCraft selbst Geld verdient. Andere Texte unterstellen, ohne es zu belegen, die Programme seien durch Dekompilieren entstanden: Design Week („Another theory is that they decompiled the software“), ComputerBase („Opus 5.5 soll etwa sehr gut beim Dekompilieren sein“), XDA schreibt, die Apps seien nach Rust portiert worden. Thomas schreibt auf Hacker News das Gegenteil, „we explicitly do not use reverse engineering“, und die Regeln für Mitwirkende verlangen, nach öffentlichen Spezifikationen zu bauen. Am genauesten formuliert es die c’t: Ob und wie die Untersuchung der Vorbilder vom Programmieren getrennt wurde, „lässt sich nicht nachprüfen“.
Dazu kommen Altstände, die weiterwandern. Je nach Zeitpunkt des Abschreibens zählen die Berichte sieben Apps (PetaPixel, Phlearn), zehn (Creative Bloq) oder zwölf (GNU/Linux.ch) und nennen sehr unterschiedliche Reifegrade. Ein Programm namens „PrintCraft“ taucht in mehreren Texten auf, etwa bei Creative Bloq und TechSpot; es ist kein Fehler der Medien, sondern der frühere Name des Acrobat-Nachbaus. Mit Zahlen zur Kompatibilität mit Photoshop-Dateien wird geworben, aber sie messen, ob PhotoCraft seine eigenen Dateien wieder einliest. Ob Photoshop sie öffnet, prüft, siehe oben, ein Mensch.
Und um das Projekt herum ist binnen zwei Wochen eine kleine Parasitenökonomie entstanden: mehr als ein Dutzend Websites mit dem Markennamen in der Adresse, Anleitungen, Spiegel, „Download-Helfer“. Einer der Tests rät ausdrücklich, nur von der offiziellen Seite oder von GitHub zu laden. Das ist ein guter Rat für jede Software, die gerade berühmt wird.
Und das Recht?
Adobe hat sich bis Mitte Oktober nicht geäußert. Der Rechtswissenschaftler Andres Guadamuz hat die Lage auf seinem Blog Technollama durchgespielt. Das sogenannte Clean-Room-Verfahren, bei dem Nachbau und Untersuchung des Vorbilds strikt getrennt sind, sei keine Rechtspflicht, sondern ein Beweismittel: Es „breaks the evidence chain“. Schwach werde es dort, wo dieselbe Person das Original beobachtet, die Beschreibung schreibt und das Modell anleitet. Unter diesen Vorbehalten sieht er ArtCraft in den USA, „very tentatively“, auf der richtigen Seite des Gesetzes. Offen blieben Lizenzbedingungen, Patente und Marken. Die Rechtsfrage ist nicht das Thema dieses Textes, aber sie bestimmt mit, wie lange die Geschichte gut ausgeht.
Was verschenkt wird – und was nicht
Verschenkt werden Code, freie Lizenzen und das Wissen über offene Dateiformate. Verschenkt wird auch etwas, das in der Aufregung unterging: eine öffentliche, schonungslose Selbstvermessung, wie sie kaum ein kommerzieller Hersteller vorlegt.
Nicht verschenkt werden Rechenleistung, Modelle und Wartung. Die letzte ist die heikelste. Tausende Commits aus zwei Wochen wollen gepflegt werden, wenn die Aufmerksamkeit weiterzieht. In einem Linux-Forum fragt jemand, ob die Programme in ein paar Monaten noch „alive/maintained“ sind, Design Week bezweifelt, dass das Projekt lange durchhält, „unless it’s well funded“. Golem dreht die Frage weiter: Wenn sich solche Apps durchsetzen, sinke die Motivation, „menschengemachte freie Open-Source-Projekte voranzutreiben“. Dabei ist PhotoCraft selbst ein freies Projekt, an dem mehrere hundert Menschen mitschreiben.
„Software is over“ war ein Satz über den Wert der Arbeit von Programmierern. Das Projekt, das ihn berühmt gemacht hat, zeigt eher das Gegenteil seines Slogans: Software ist nicht vorbei, nur die Rechnung geht woanders hin. Wer die Agentenstunden bezahlt, wer testet, wer in einem Jahr noch wartet, das sind die Fragen, die bleiben. Dass sich Photoshop nachbauen lässt, ist dagegen geklärt, jedenfalls von vorn.
Quellen
Das Projekt
- ArtCraft Crafting Apps und die Preisseite des Studios
- PhotoCraft auf GitHub, darin das Paritätsdokument
docs/target-app-parity.mdund die Regeln für Mitwirkende inAGENTS.md - Eigene Messungen vom 16. Oktober 2026: Git-Historie von PhotoCraft, Arbeit mit VectorCraft und EffectCraft
Brandon Thomas im Original
- Die Kommentare des Hacker-News-Kontos echelon vom 1. bis 16. Oktober 2026, darunter der Kommentar im Jobthread vom Oktober und die Diskussion um die ArtCraft-Apps
- Das GitHub-Profil von Brandon Thomas
- Der X-Beitrag „My guy, I can code“, eingebettet bei Tom’s Hardware (siehe unten)
Berichte
- Kyle Orland: „Software is over: Bold AI developer takes aim at Adobe with open source clones“ (Ars Technica, 07.10.2026)
- Rob Thubron: „Software is over: Developer uses AI to build free Adobe clones after frustration with cancellation fees“ (TechSpot, 08.10.2026)
- Hassam Nasir: „Developer says software is over after using AI to recreate Adobe’s entire Creative Cloud suite for free“ (TweakTown, 08.10.2026)
- Jeremy Gray: „Someone Rebuilt Free, Open-Source Versions of Photoshop, Premiere, and Lightroom Using AI“ (PetaPixel, 07.10.2026)
- Jon Stapley: „This home coder got so sick of Adobe he built free, open-source versions of Photoshop, Lightroom and Premiere“ (Amateur Photographer, 08.10.2026)
- Noëlle Bölling: „Von Adobe genervt: Dieser Entwickler baut mit KI eine Open-Source-Alternative“ (t3n, 09.10.2026)
- Jhet Borja: „Creator of free Adobe clones unveils open-source Microsoft Office Excel, PowerPoint, and Word replications“ (Tom’s Hardware, 11.10.2026)
- Andreas Frischholz: „Nach KI-Klonen von Adobe-Apps: Entwickler erstellt Open-Source-Kopien von Microsofts Office-Apps“ (ComputerBase, 12.10.2026)
- Oliver Nickel: „Wordcraft: KI-geschriebene Software kopiert Microsoft Office“ (Golem, 13.10.2026)
- Udo M.: „ArtCraft baut mit KI und viel Momentum eine offene Anwendungssuite“ (GNU/Linux.ch, 13.10.2026)
- Edna Mohamed: „How AI apps are offering free substitutes for Big Tech software“ (Al Jazeera, 14.10.2026)
- Stephan Scheuer, Christof Kerkmann: „Ein wütender Kunde fordert Adobe mit einem Photoshop-Klon heraus“ (Handelsblatt, 15.10.2026, Bezahlschranke; gelesen nur der freie Teil)
Tests und Erfahrungen
- Martin Wolf: „Photoshop geklont: Kann Adobe einpacken?“ (Golem, 13.10.2026)
- Andre Kramer: „Vermeintliche Adobe-Alternativen im Test: Was die Crafting Apps leisten“ (c’t, 13.10.2026, heise+; gelesen nur die Leseprobe)
- Joe Foley: „I tried those free AI-coded Adobe Creative Cloud clones, and they have some big problems“ (Creative Bloq, 13.10.2026)
- Dhruv Bhutani: „I replaced the Adobe suite with a free open source alternative that Claude can control directly“ (XDA, 13.10.2026)
- „Die kostenlose Alternative zu Adobe Photoshop CC im Test: Photocraft von ArtCraft“ (drohnen.de, 14.10.2026)
- Aaron Nace: „ArtCraft: 7 Free AI Clones of Photoshop, Lightroom and More“ (Phlearn, 15.10.2026)
- „Kostenloses Photoshop für Linux? Naja nicht ganz.“ (Rund um Linux, 16.10.2026)
- Ernie Smith: „What ArtCraft’s Vibe-Coded Apps Say About Adobe“ (Tedium, 08.10.2026)
- David Coveney: „First AI came and scooped up your art. Now it’s scooped up Adobe.“ (Design Week, 07.10.2026)
- „PhotoCraft: vibecoded Photoshop clone“ (Level1Techs-Forum, ab 09.10.2026)
Recht und Hintergrund
- Andres Guadamuz: „Recreating Adobe: AI and the limits of software copyright“ (Technollama, 09.10.2026)
- Don Muir: „$300 Billion Evaporated. The SaaS -Pocalypse Has Begun.“ (Forbes, 04.02.2026)
Hier im Blog
- 2): Offenheit als Strategie bei den Sprachmodellen
- Die Gegengeschichte hat einen Körper: der Mensch im Schrank
- Die Abrechnung: rechnet sich der Geist?
- Palantir für alle?: ein anderes Open-Source-Projekt im Selbstversuch