Zwei Wochen Gemma 4 in der Hosentasche haben Lust auf mehr gemacht. Jetzt läuft auf einem 32-GB-Tuxedo ohne dedizierte Grafikkarte ein echter, werkzeugnutzender Agent: Qwen3.5-35B-A3B auf selbst kompiliertem llama.cpp steuert Blender per Sprache und recherchiert offline im Web – mit Quellen, ohne dass ein Prompt je die Cloud sieht.
Im März 2016 setzte eine Maschine in Seoul einen Stein an eine Stelle, an die kein Mensch ihn gesetzt hätte — und gewann. Teil 5 der Serie über 80 Jahre Künstliche Intelligenz: die fünf Jahre nach AlexNet, in denen die KI Bedeutung zu Geometrie machte (word2vec), das Fälschen lernte (GANs), im Go übermenschlich wurde (AlphaGo) und 2017 mit dem Transformer die Architektur bekam, aus der alle heutigen Sprachmodelle wachsen. Wie aus einer Idee eine Wette und aus der Wette ein Rüstungswettlauf wurde.
Nach sieben Jahren auf einem müden Ryzen-Laptop wird es Zeit für etwas Neues – aber ohne Windows, ohne Kompromiss bei der Reparierbarkeit, ohne einem Konzern zu vertrauen, dem ich nicht vertrauen will. Warum es ein Tuxedo geworden ist, und wie sich der Umstieg anfühlt.
Überwachung ist böse, Datenschutz ist gut – so lautet der linke Konsens. Timo Daum dreht ihn in seinem neuen Buch radikal um: Privacy sei eine bürgerliche Eigentumskategorie, Überwachung eine Produktivkraft, die man vergesellschaften statt zerschlagen müsse. Eine kritische Würdigung von Buch und 99-ZU-EINS-Gespräch – samt der Frage, an der sich die Provokation stößt: Wer eigentlich überwacht?
Jonas Frick hat 2025 zwei Bücher geschrieben, die zusammengelesen werden wollen: eine Imaginationsgeschichte der Computerkultur und eine literarische Theorie des digitalen Klassenkampfs. Sie liefern den Begriff, der den KI-Hype 2026 als das lesbar macht, was er ist — eine Wiederholung.
Ob die KI-Bewertungen eine Blase sind, lässt sich nicht prophezeien — aber prüfen. Drei Werkzeuge ohne Glaskugel: der Zirkellauf, der die Bewertung erzeugt, die Lücke zwischen Geld rein und Geld raus, und eine Frage aus dem ökonomischen Mainstream, die das ganze Versprechen falsifizieren kann. Ein Seitenstück zur KI-Serie.
In den späten 1990ern las eine Maschine, die niemand mehr ernst nahm, einen großen Teil aller Schecks der USA. Die Methode dahinter galt seit 1969 als tot. Teil 4 der Serie über 80 Jahre Künstliche Intelligenz: wie die lernenden Netze ein Vierteljahrhundert im Schatten überlebten — und 2012 in einem einzigen Bilderkennungs-Wettbewerb die KI für immer eroberten.
1979 stellte ein Stanford-Programm bessere Therapievorschläge als menschliche Ärzte — und durfte nie einen Patienten behandeln. Im selben Jahrzehnt wurde die KI zum ersten Mal ein Milliardengeschäft, baute sich eigene Computer und löste einen globalen Wettlauf aus. Dann brach der Markt in einem einzigen Jahr zusammen. Teil 3 der Serie über 80 Jahre Künstliche Intelligenz: die Expertensysteme, der Hardware-Rausch — und der zweite KI-Winter.
1972 stand in Santiago de Chile ein Kontrollraum wie aus Star Trek: sieben Drehstühle, leuchtende Wandschirme, Knöpfe in den Armlehnen. Dahinter klapperten 400 Fernschreiber in einem Land mit vier Großrechnern. Projekt Cybersyn war der ehrgeizigste Versuch, Kybernetik auf eine ganze Gesellschaft anzuwenden — demokratisch. Ein Seitenstück zur KI-Geschichte-Serie.
1966 verliebte sich eine Sekretärin in ein Computerprogramm aus 200 Zeilen Code. Im selben Jahrzehnt versprachen die Gründer der KI, in zwanzig Jahren sei das Denken gelöst. Beides gehört zusammen. Teil 2 der Serie über 80 Jahre Künstliche Intelligenz erzählt den ersten vollständigen Zyklus: die goldenen Jahre, die Wand — und den ersten KI-Winter (1956–1974).